Na Frau Rosenberg, wir haben sie ja schon lange nicht mehr gesehen… nach 3 Jahren kommen Sie mal wieder zum Arzt…
Das hätte sicher mein Hausarzt verkündet, wenn ich bei ihm vorbei geschaut hätte, konnte ich aber nicht, denn ich bin ja hier… was passiert ist… schauen wir mal in die Krankenakte:
Patient: Marika Rosenberg
Krankheit/Beschwerde: Spinnenbiss
Körperteil: Mittelfinger, rechts
Symptom: geschwollen (mehr als das Doppelte), nässende Wunde, purpurene Verfärbung bis zur Handfläche
Beschreibung des Unfalls: Die Patientin war zu einem BBQ bei Tibo eingeladen (Franzose, von der gleichen Organisation). Zu später Stunde nach 4 Bier und einer Pizza, entdeckte die betroffene Person etwas Schwarzes an der Kleidung des Gastgebers und wollte das vermeintlich getrocknete Blatt von dort entfernen. Als das Opfer danach griff, griff das Blatt zurück und biss den vermeintlichen Fressfeind (es gibt mit Sicherheit einen Grund dafür, dass es da keine weibliche Form davon gibt)in den Finger. Was danach mit der Verursacherin des notwendigen Doktorbesuches geworden ist, weiß niemand. Die Gebissene griff zum Messer und wollte die Wunde etwas öffnen, damit das Gift nicht das Gleiche verursacht, wie eben die 3 Jahre vorher, als ich das letzte Mal wegen einem Bienenstich zum Arzt musste und danach 7 Tage auf der Couch bleiben musste, weil mein Bein genauso dick war, wie das einer Antilope, ja ich meine das graue Tier mit dem Rüssel…
Das Messer war stumpf und der Leidenden wurde schlecht, sie änderte ihre Gesichtfarbe in „plaine white“ und musste sich erstmal setzen.
Der Heimweg war lang und der Finger wuchs…
Am Montag wurde ich dann von meinen Arbeitskollegen persönlich zum Arzt gebracht. Für 5 Minuten im Sprechzimmer musste ich 60 Aus$ bezahlen und für die Tabletten, die mir verschrieben wurden, 20 Aus$. Aber jetzt ist alles wieder in Ordnung, mein Finger hat wieder die normale Form und ist nur noch ein bisschen verschrumpelt…
Was bisher geschah… :
Die Arbeitssituation sieht endlich gut aus. Ich habe endlich etwas auf dem Tisch und letzte Woche war es sogar eine Aufgabe, die mich ein Stück weiter gebracht hat.
Wie man allerdings dazu kommt ist eine andere Sache. Folgendes wird dazu benötigt:
- eine andere Gruppe
- ein anderes Projekt
- aufmerksame Kollegen
So stellt man es an:
Man fragt jeden Tag nach Arbeit, weil man nichts zu tun hat. Wenn man nichts bekommt beschwert man sich aber nicht, sondern geht zu einem Bekanten in einer anderen Gruppe und klagt sein Leid. Hat dieser Mensch etwas zu tun, ist er froh das zu hören und bietet seine Hilfe an um deine Hilfe um bekommen. Darauf lässt man sich ein und erledigt kleine Dinge für die andere Abteilung. Hat man aufmerksame Kollegen, fällt diesen bald auf, dass ihnen jemand fehlt und es wird nachgefragt. Kommt raus, dass man aus Verzweiflung für eine andere Gruppe arbeitet, kommt sofort die Eifersucht und das Revierverhalten ins Spiel: um wieder zurück erobert zu werden, bekommt man plötzlich gute Arbeit, mehr Aufmerksamkeit und keinen Leerlauf…
Mein Plan ist aufgegangen und auch wenn ich weiß, dass ich kein Fire Engineer werde, hab ich jetzt sinnvolle und wertgeschätzte Arbeit.
Die Datenbank, die ich erstellt habe war vielen ein Rätsel und ich hielt gestern auf Wunsch meiner Kollegen eine Präsentation, damit auch die Auftraggeber das Resultat nutzen können. Nachdem ich fertig war, berieten sie sich kurz darüber, dass man mich behalten müsste und schmiedeten neue Pläne für die Daten Bank. Ich sag da nur: größer und global… ein graus, denn wer muss es wieder machen… na es macht ja auch sonst keiner…
Das letzte Wochenende begann mit einer Einzugsparty von Heidi (Dänin – Internships). Es war ein toller Abend mit internationaler Präsents. Folgende Länder waren vertreten: Dänemark, Niederlande, Deutschland, Frankreich, Österreich, Chile, Kanada und Australien. Gemeinschaftlich wurde eine italienische Speise verzehrt und als Nachtisch gab es deutsche Haribos.
Aus Not erwächst Tugend und so wurden wir erfinderisch (nach ein paar australischen, japanischen und deutschen Bieren – Oettinger ist sogar hier eins der billigsten Biere) wie wir an unser Geld kommen könnten. Es wurde schnell klar: Wir machen einen Film: „Dynamite River“ in den Hauptrollen: Adam Sandler, Jessica Alba und Georg Bush (natürlich aus Mitleid vollkommen unendgeldlich)
Story:
Der Vater eines jungen talentierten Surfers (A. Sandler) wird von einem Hai getötet und gefressen. Durch dieses traumatische Erlebnis erleidet der Junge eine Phobie gegen Salzwasser und ist von da an nicht mehr in der Lage zu surfen. Das wollten seine Freunde nicht zulassen und besorgen so viel Dynamit, dass man ohne Probleme eine Monsterwelle in einem Fluss erzeugen kann. Das sollte die größte und beste Welle seines Lebens werden. Natürlich hörte sein jahrelanger Konkurrent (Georg Bush) von dieser Idee und wollte diese Welle ebenfalls reiten. Um den Jungen zu schwächen und verletzlich zu machen, schickt der Widersacher seine Freundin zu dem Jungen, die ihn aber durch ihren Körpereinsatz eher bestärkt seinen Triumph zu holen.
Zu den Charakteren:
Hai: schwul mit Pinguintatoo auf der Rückenflosse
Alle anderen: nur um Zuschauer in die Kinos zu bekommen
Ja, es ist ein völlig sinnfreier Film mit jeder Menge Sex und Spezialeffekten. Also alles um die heutige Jugend in die Kinos zu bekommen. Wir werden reich!!!!!!!!!!
Am Samstag fuhr ich mit zwei Arbeitskollegen (Malaysia und Taiwan) in einem japanischen Auto mit irischer Musik im Radio zwei Stunden durch Australien an den Strand. (Die Internationalität zieh sich durch meine Erlebnisse wie ein roter Faden)
Ich wollte mich selber im Surfen versuchen und wählte die einfachste Art: Bodysurfen. Leider habe ich nicht kapiert, wann der richtige Zeitpunkt ist und wurde jedes Mal von der Welle überrollt. Nach unzähligen erfolglosen Versuchen und 8L Salzwasser im Bauch, ließ ich den Ozean in Ruhe und kehrte zurück an den Strand.
Der letzte Sonntag repräsentierte dann die letzte Woche bis jetzt.
Am Anfang anstrengend und am Ende entspanntes Nichts -Tun.
Am Mittwoch war wieder Internshipstreffen und es waren sogar mal mehr Leute da, als nur wir 5. Fast alles Mädchen und fast alle aus Deutschland (eine aus Freiberg!!!). Ich habe schon lange nicht mehr so viele Deutsche auf einem Haufen gesehen. Die meisten bleiben allerdings nicht lange, nur etwa 4 Wochen in der Sprachschule und 3 Wochen Praktikum.
Was heute folgt:
Kurz und bündig:
Vorbereitung auf die morgige Mottoparty (Tennis) und tanzen gehen…
So, Schluss jetzt… bloß weil das Internet Zuhause die letzte Woche tot war, gibt es euch nicht das Recht noch mehr zu verlangen…
Ich grüße euch alle! Bleibt gesund und rächt euch nicht an den Spinnen Zuhause, die können nichts dafür
Bis in zwei Wochen mit einem neuen Eintrag!
Marika